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Hamburg Sounds meets Büngers Feierabend

Gestern Abend war es wieder soweit. Eines meiner liebsten Musikformate fand zum dritten Mal in diesem Jahr statt. „Hamburg Sounds“ begleitet mich schon seit meinem Umzug nach Hamburg 2007 in mehr oder minder regelmäßigen Abständen auf meinem Weg durch die Hamburger Musikszene. Viel gute Musik habe ich in den vergangenen, nun schon fast sechs Jahren dadurch entdeckt – sei es im Schmidts Tivoli oder in den Fliegenden Bauten. Seit Anfang 2013 ist „Hamburg Sounds“ nun in der dritten Location, der Fabrik in Ottensen beheimatet.

Auch Sven Bünger begleitet mich seit vielen Jahren auf meiner musikalischen Entdeckungsreise. Schon vor meiner Hamburger Zeit war ich mit seiner Musik vertraut. Spielte er früher „nur“ Gitarre bei Cultured Pearls, lag ihm immer viel an der Entdeckung und Förderung von jungen Talenten und so gründete er mit dem Schlagzeuger Bela Brauckmann 2001 die Band Soulounge, die u.a. Talente wie Roger Cicero, Johannes Oerding, Ayo oder Miss Platnum hervorbrachte. Schon vor der Auflösung von Soulounge Ende 2010 unterstützte Sven mit „Svens Feierabend“ in der Weinhandlung „Villa Verde“ in Eimsbüttel regelmäßig (seit 2008) die aufstrebende Musikszene, für die er auch nach wie vor viele Songs schreibt und produziert.

Seite Ende 2012 und mit der Ankündigung des ersten eigenen Albums – immerhin mit 45(!) – scheint Sven und auch sein Feierabend erwachsen geworden zu sein. Die Location wurde größer (Der Feierabend beehrte schon im Dezember 2012 die Fabrik) und „Svens Feierabend“ in „Büngers Feierabend“ umbenannt.

EPK zum Album „Besser Scheitern“

Was liegt nun also näher, als diese beiden Formate für einen Abend zusammen zu bringen? NDR 90,3, der Veranstalter von „Hamburg Sounds“ sowie Sven Bünger luden daher zu einem gemütlichen Feierabend mit Cäthe, Nicolas Sturm, Mark Forster und Special Guest Anna Depenbusch ein.
Das Format von „Büngers Feierabend“ wurde beibehalten und so wurden zwei Sets mit je drei Songs pro Künstler inklusive einem Coversong gespielt. Außerdem stellte Sven erstmals die Songs seiner am 26.04. erscheinenden CD „Besser Scheitern“ vor – die man vor Ort auch gleich schon erwerben konnte, was ich natürlich tat. So halte ich nun die erste CD von Sven Bünger in den Händen, die ich mir signieren ließ – als Erste. Premiere für Sven und für mich wieder ein wunderbares Kapitel meiner persönlichen Musikgeschichte.

Bünger "Besser Scheitern"
Bünger „Besser Scheitern“

Sven eröffnete in der Fabrik mit seiner fantastischen Band, bei der vor allem wieder Anne de Wolff mit ihrer Multiinstrumentalität beeindruckte. Sie spielt nicht nur Geige, Bratsche, Akkordeon und beherrscht diverse Percussioninstrumente. Nein, sie holte gestern auch noch ihre Posaune und – was ich bisher noch gar nicht von ihr kannte oder wahrgenommen habe – ihr Cello hervor. Dem Cello bekam im Laufe des Abends noch eine besondere Bedeutung zu. Irgendwann im ersten Set kippte es hinter der Bühne mit einem lauten Knall um und das Griffbrett musste notdürftig mit Gaffa getapt werden. Es sollte bei Mark Forster zum Einsatz kommen und es zeigte einen wahren Kämpfergeist, es war noch spielbar, so dass Mark es zum „Rock’n’Roll-Cello“ umtaufte – das Cello, der heimliche Star des Abends.

Sven Bünger & Band
Sven Bünger & Band

Generell kann man meiner Meinung nach das Album von Sven in die Richtung Element of Crime verorten. Tolle Songtexte, guter Sound zwischen Folk, Singer-Songwriter-Pop und Hamburger Schule, ist mein bisheriger Eindruck. Songs von vor 20 Jahren gemischt mit den neuen, die von Lebenserfahrung in Lübeck und auf dem Hamburger Kiez geprägt sind, geben sich auf dem Album die Klinke in die Hand. Ein Eindruck bleibt aber: Man muss schon die Stimme von Sven mögen. Er ist kein klassischer Sänger, aber immer mit dem Herzen dabei.

Bünger „Wenn der Mond“

Auch die Gäste an diesem Abend singen voller Herzblut und beeindrucken mit aussergewöhnlicher Musik. Von Cäthe bin ich schon sehr, sehr lange Fan und kann von ihrer Musik nicht genug bekommen. Für den Feierabend wurde es etwas akustischer und so durfte z.B. Rainer „Kallas“ (spielt u.a. auch bei Pohlmann) „nur“ ans Cajon und Percussions. Nicolas Sturm würde ich glaube nach diesem Abend aus einigen Stimmen heraushören. Einmalig und mit einer Reibung in der Stimme, als hätte er schon viel zu viel in seinem Leben erlebt. Spannende Texte und ein Musikpartner ohne Gleichen – Jeremy Dhôme aka „das Klingen Ensemble“ – zauberten einen groovigen Soundmix auf die Bühne.

Nicolas Sturm
Nicolas Sturm

Cäthe 

Doch in eine Stimme habe ich mich wohl besonders verliebt: Mark Forster. Mit dem Aussehen eines nerdigen Hipsters, den Hip-Hop-ähnlichen Bewegungen auf der Bühne, wollte seine klare Stimme zuerst kein vollständiges Bild in meinem Kopf abgeben. Doch sieht man über diese Oberflächlichkeiten bei dem in Berlin ansässigen Rheinland-Pfälzers hinweg, dann erreicht einen die Musik ganz tief im Inneren. Der charmante Musiker holte sich dann auch noch in seinem zweiten Set Unterstützung in Form von Anna Depenbusch, die mit ihm das auf ihrem Album „Sommer aus Papier“ veröffentlichte Duett „Ich & Du“ sang.

Anna Depenbusch & Mark Forster
Anna Depenbusch & Mark Forster

Mark Forster

Gelungener Abend und ich hoffe, bei den nächsten Terminen wird die Fabrik voller werden, denn die Musiker und das Team um Moderator Christian Buhk hat es verdient. Fotos und Videos gibt es auch auf der NDR „Hamburg Sounds“ Website.

Sven Bünger kann man übrigens am 27.09. im Bistro Paris in der Hafencity hören (zusammen mit Cate’s Leila).

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