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Vinylverkäufe zurück auf 1990er Niveau

Der Musikkonsum der Menschen hat sich in den letzten rund 30 Jahren grundlegend verändert. Mit der Erfindung der CD und Einführung in den 1980er Jahren nahm der Abstieg der Vinyl (Schallplatte, LPs) seinen Lauf. Doch mittlerweile erholen sich die Verkäufe, wie die aktuellen Zahlen der British Phonographic Industry (BPI) beweisen. Die Vinylverkäufe sollen sogar auf dem Stand der 1990er Jahre zurück sein.

In den aktuellen Zahlen der British Phonographic Industry ist ein Anstieg des Musikkonsums um 1.5% in UK zu sehen. Doch besonders herausstechend ist der Anstieg der verkauften LPs in 2016. Vielleicht auch durch den Tod von David Bowie beflügelt, wurden mehr als 3.2 Millionen LPs verkauft. Denn die meistverkauften Alben 2016 waren David Bowie Alben. Insgesamt stiegen die Vinylverkäufe um 53% gegenüber dem Vorjahr und sind auf einem Rekordhoch, welches seit 1991 (26 Jahre!) nicht mehr erreicht wurde.

Dennoch ist Vinyl immer noch ein Nischenprodukt, wenn es um den Musikkonsum geht. Insgesamt macht es nur 2.6 % der Verkäufe aus. Vinyl ist absolut etwas für Liebhaber und in meinen Augen ein Genussprodukt. Für Vinyl nimmt man sich Zeit, pflegt Platten und hat teures Equipment dafür. Der Ottonormalhörer aber kauft immer noch viele CDs, lädt sich .mp3s auf diversen Portalen kostenpflichtig herunter und streamt diverse Inhalte – und dies mittlerweile gemischt und nicht mehr unabhänig voneinander. Hier mal eine CD, die Special Editions vielleicht auf Vinyl und die tägliche Dosis Mainstream als Stream.

Doch auch CDs sind auf dem absteigenden Ast. Verglichen mit 2015 wurden 11.7 % weniger CDs verkauft, auch wenn 47.3 Mio. CD-Verkäufe nicht gerade „Nichts“ sind. Auch die Downloadzahlen sind um Sage und Schreibe 29.6 % gefallen. Nur noch 18.1 Millionen Alben sind via Download verkauft wurden. Zum ersten Mal haben auch die Vinylverkäufe monitär gesehen die Downloads übertroffen. Rund 2.4 Mio. britische Pfund wurden für LPs gegenüber rund 2.1 Mio. britische Pfund ausgegeben.

Grund für diese drastischen Abfälle ist der deutliche Anstieg der Nutzung von Streamingdiensten. Die Nutzung von Spotify, Apple Music, Tidal und anderen Streamingportalen entspricht mittlerweile mehr der Nutzungsgewohnheit der musikinteressierten Gesellschaft. Mit der Verbreitung von preiswerten Smartphones und günstigen Datentarifen wurde eine Durchdringung aller Gesellschaftsschichten ermöglicht und somit kann Musik kostengünstig immer und überall gestreamt werden. Unglaubliche 45 Mrd. Audiostreams wurden 2016 ausgespielt – ein Anstieg um etwa 2/3 gegenüber dem Vorjahr!

Fazit

Menschen ergänzen ihre Musiksammlung um Streamingdienste und junge Menschen entdecken zusätzlich zu den digitalen Diensten den Reiz von Vinyl. Dennoch hat die CD noch immer Gewicht beim Hören von Musik. Sie nimmt wenig Platz weg und ist ein gutes Produkt, wenn es darum geht, Musik zu sammeln oder zu verschenken.

Leider gibt es immer noch zu wenig Presswerke für die gestiegene Nachfrage nach Vinyl. 😦

via Mashable

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